Traumhaftes Bergwetter und späte Startzeit (waren am Vorabend auf eine Geburtstagsfeier eingelanden) lockten mich nach Volders.
Für die Kinder, Jugendlichen, Damen und Hobbyklasse war der Start weiter oben. Nur die Herren starteten in Volders bei der Kirche.
Es waren ca. 800 Höhenmeter auf 9 km zu bezwingen. Gelaufen wurde über Unterberg – Volderwildbad – Stiftsalm mit Ziel bei der Voldertalhütte.
Das Starterfeld bei den Herren war sehr klein, gezählte 30 Mann, dafür aber sehr gute Leute am Start (Obendorfer, Natale etc.).
Die ersten 1,5 km blieb noch alles halbwegs beisammen und hatte ich auch die Führenden noch im Blick. Ich lief noch die bis km 3 auf Platz 10 ehe mich dann eine
Gruppe von 4 Läufern überholte. Konnte das Tempo von denen aber nicht halten und lief ein ziemlich einsames Rennen. Fühlte mich eigentlich sehr gut, wurde der Rückstand aber doch
kontinuierlich größer. Vorbei beim Volderwildbad ging es dann über einen Steig recht steil bergauf, dann aber vor und nach der Stiftsalm ein langes Flachstück, was mir nicht gerade
entgegenkam. Zum Schluß wartete dann noch einmal ein ca 150 Meter hoher Hügel kurz vor dem Ziel, wo sich eine Vielzahl von Zuschauer versammelten. Da ich die Strecke nicht kannte, hatte ich für diesen Schlußanstieg aber kaum mehr Reserven, mußte noch einen vorbeilassen und bin regelrecht gestanden. Mit meiner Enzeit von 55 min 20 sek. bin ich aber trotzdem zufrieden, da ich doch ziemlich alles gegeben haben. Platzierungsmäßig war in meiner Klasse mit Rang 5. von 6 und Gesamt 16. von 30 aber diesmal nicht viel drinnen.
Kategorie: Rennergebnisse und Berichte
1.Innsbrucker Nightrun 22.9.12 – Pleiten, Pech u. Pannen
Die Idee dieser Veranstaltung gefiel mir sehr gut, sodaß ich nicht den Stubaier-Mountain-King mit dem Rennrad gefahren bin, sondern wieder meine Laufschuhe herausholte.
Ohne Rad gehts aber nicht und so bin ich nachmittags 50 km locker gerollt und holte mir anschließend die Startnummer am Sparkassenplatz. Da waren bereits erste organisatorische Mängel sichtbar. In der kurzen Schlange (waren nur ein paar vor mir) wurde man aber trotzdem nervös, da überhaupt nichts weiterging. Die kurze Info über das Anbringen des Chips (Klebestreifen auf der Innenseite des Schuhs) setzte mich dann auch noch in Verwunderung, hab ich doch so was noch nie gesehen, aber bin ja normalerweise auch nur bei Radrennen zu Hause. Machte mich auf die Startzeit von 19:00 Uhr dann warm und war bereit, als es hieß der Start verschiebt sich um 15 Minuten. Zu allem Unglück fing es dann auch noch an zu regnen und Unruhe und Pfiffe unter den Startern wurden laut. Dann ging es aber endlich los. Irgendwie hatte ich mir die Strecke (4,5 km war meine Distanz) laut Internet aber anders eingeprägt und war ziemlich verwundert als wir von den Ordnern aber den Rennweg entlang bis zur alten Hungerburgbahn geleitet wurden. Wenn ich mir die Kommentare im Internet so anschaue hatten die Läufer auf der 10km Distanz bzw. dem Halbmarathon aber wesentlich größere Schwierigkeiten ihre Strecke zu finden. Für mich war der Rückweg aber dann klar und war der durch die Innenstadt auch wirklich lässig. Der Zieleinlauf hatte dann aber etwas von einer Trauerfeier. Keine Moderation, keine eingeblendete Zeit, keine Zuschauer – Medaille um den Hals, das wars.
Laut meinem Garmin hatte ich eine Zeit von 17 min 16 sek, was einer Base von 3:52 entspricht – damit war ich sehr zufrieden.
Die Läufer die vor mir waren, waren im Ziel schnell abgezählt und wurde ich Fünfter auf dieser „Sprintstrecke“.
Wollte nicht auf die Siegerehrung warten und machten wir uns kurz vor 22:30 uhr auf den Heimweg. Da hab ich dann erfahren, daß es keine Siegerehrung gegeben hat, weil die Zeitnehmung nicht funktionierte!
Warum wunderte mich das nicht weiter?
Heute ist zumindest eine Stellungnahme dazu auf der homepage des veranstalters:http://www.innsbrucker-nightrun.at/?page_id=79
Hoffe daß die Veranstalter aus den Fehlern lernen und nächstes Jahr was besseres auf die Beine stellen, da die Idee wirklich sehr gut wäre
Mutterer Alm Berglauf 16.09.12 – run to the top
Die letztjährige Veranstaltung hat mir sehr viel Spaß gemacht und war für heute zudem Prachtwetter angesagt. Daher habe mich trotz nicht idealer Vorbereitung
(Kastenschleppen, Thujenschneiden und noch eine ergiebige Rennradtour am Vortag) trotzdem entschlossen wieder mitzumachen und das ganze mit
einem Familienausflug auf die Mutterer Alm zu verbinden. Die nicht allzu große Erwartungshaltung hat sich dann aber positiv bemerkbar gemacht.
Konnte von Anfang an – für meine Verhältnisse – ein gutes gleichmäßiges Tempo laufen und hatte bei Halbzeit (Nockhof) noch nicht das Gefühl,
daß ich gleich platt werde. Vor mir sah ich dann eine aufgefädelte Reihe von ca. 6 – 7 Läufern. Erhöhte etwas das Tempo und konnte noch einem nach
dem anderen bis kurz vor die Sennalm überholen. Der Zick-Zack-Kurs auf der Skipiste bis zum Ende des oberen Schleppliftes forderte denn aber alles ab.
Für die Zuschauer auf der Mutterer Alm war das aber eine super Variante, da den Läufern doch eine zeitlang auf die Beine geschaut werden konnte.
Abwärts gab ich mir diesmal keine Blöße und konnte meinen Platz halten und wurde dann zu meiner großen Überraschung in einer Zeit von 44:53
Gesamt Achter und kam in meiner Klasse als Dritter sogar noch aufs Podium.
Gratulation auch dem Veranstalter, der eine perfekte Organisation ablieferte und zudem traumhaftes Bergwetter bei Petrus bestellt hatte

Charly/Rudigier Dietmar/Leiter Andreas
Bezirksblätterlauf Steinach 9.9.12
Wieder einmal ein kurze Ausflug in die Laufszene. Da auch ein Kinderlauf angeboten wurde, machten wir uns auf nach Steinach und war die ganze Familie am Start (zuerst Kids-run, dann Rote-Nasen-Lauf und zum Schluß noch der Hauptlauf).
Ich fühlte mich bereits am Start nicht besonders gut, auch die Motivation war nicht sehr hoch. Strecke sowieso unbekannt, aber was solls …
Die Strecke war leicht hügelig: 7km und ca. 150 hm
Lief dann auch wie ich mich fühlte – war alles ein ziemlicher Krampf und Kampf
meine Zeit 31 min 22 sek. (Siegerzeit 25 min 06 sek.)
Stieglreithtrophy 18.8.12
Auch heuer veranstaltete der RC Oberperfuss wieder das beliebte Bergrennen auf Stieglreith. Diesmal, nicht wie die letzten Jahre als Einzelzeitfahren, sondern mit
dem üblichen Massenstart. Dafür aber mit Kombiwertung mit dem Skitourenrennen im Jänner 2013 von Oberperfuss auf die Rosskogelhütte.
Wie im letzten Jahr wieder brütend heiße Temperaturen beim Start um 16:00 Uhr.
Vom Start weg übernahm Neurauter Armin die Führung und fuhr vorne weg. Ich hing an der Verfolgergruppe mit den restlichen Favoriten (Natale, Haller, Ragg, Kluge etc.).
Fühlte mich trotz Puls jenseits 190 noch ganz gut. Die Steigung kurz vor dem Gasthof Bergheim, nach gut der Hälfte der Strecke, zwang mich jedoch in die Knie. Mußte mit dem Puls runter und konnte nicht mehr richtig Tempo machen. Versuchte mich dann noch am vorbeifahrenden Bike Point Fahrer Wienicke dranzuhängen, mußte jedoch 1km vor dem Ziel reißen lassen.
Angefeuert von der Familie auf den letzten 250 Metern, holte ich nochmals alles aus mir raus und konnte meine persönliche Bestzeit trotzdem noch um 15 Sekunden unterbieten und finishede als Gesamt 11. und in meiner Klasse als 5. mit einer Zeit von 24 min 49 sek.
Sieger war Neurauter Armin im Zielsprint knapp vor Natale.
Die Spannung bleibt bis Jänner 2013 – schauen ob nach vorne noch was geht ?!
Bericht vom Veranstalter RC Oberperfuss
Kühtai Bergkaiser 12.8.12
Bei idealem Radwetter ging es um 09:00 Uhr mit Start beim Landestheater in Innsbruck neutralisiert los. Offizieller Start war dann auf Höhe der Kranebitter Kaserne. Ich hielt mich
zu diesem Zeitpunkt ziemlich weit hinten im Feld auf, sah ich auch keine Veranlassung mich weiter vorne einzureihen, da es durchs Oberinntal bis Haiming ohnehin flach ist und dachte daß das Feld bis Haiming sicherlich beisammenbleibt. Gerade noch die grüne Flagge vom Startwagen gesehen und dann ging es gleich voll zur Sache. Hohes Tempo und das Feld gleich in Einserreihe aufgefädelt. Ich immer noch ziemlich weit hinten. Kurz vor Zirl gingen dann Löcher auf . Vorne bildete sich eine Gruppe und konnte auf dem kleinen Anstieg nach Zirl das Loch nich zufahren. Somit leider nur in der Verfolgergruppe gelandet. Es war kein richtiges Tempo drinnen und so wurde der Abstand nach vorne immer größer. Nach Pettnau war die Spitzengruppe schon weit und breit nicht mehr zu sehen. Bis Haiming haben wir dann schon ziemlich Zeit aufgerissen.
Ab dort gilt es dann aber eh sein eigenes Rennen zu fahren. Zuerst ca. 1000 Höhenmeter auf 10 km bis zum Haimingersattel, dann eine kurze Abfahrt nach Ochsengarten und dann die letzten ca. 550 Höhenmeter aufs Kühtai.
Kam von Anfang an recht gut in Tritt und überholte doch einige Fahrer. Nach gut 47 Minuten war im am „Sattele“. Auch von Ochsengarten aufs Kühtai konnte ich meinen Rhythmus halten und habe in einer Zeit von 2:17:55 gefinished. Auf den Sieger meiner Klasse (Totschnig Harald) habe ich genau 19 minuten verloren. Damit kann ich ganz gut leben, zumal der Vergleich zwischen Profi und Hobbyfahrer doch nicht ganz objektiv ist.
Tour de Tirol 28.7.12 – Zuerst Podest, dann wieder nicht
Tour de Tirol eine Benefiz Rad-Laufveranstaltung mit unterschiedlichen Strecken der Fa. Freudenthaler zugunsten des Projektes „Vinzibus“. Tour de Tirol nicht zu verwechseln mit dem Gebirgs-Marathonlauf im Unterland und natürlich meinem Blog.
Nachdem ich gelesen hatte, daß es auch eine Zeitnehmung gibt und das ganze doch wie ein Rennen abläuft, habe ich mich entschlossen auf der „Professional Strecke“: Inzing – Leiblfing – Telfs – Mieming – Stams – Flaurling – Inzing: 50 km, mitzufahren, da es ja auch direkt vor der Haustüre war und die Alternativrennen dieses Wochenende entweder in den weitenfernten Orten St.Johann oder in Nesslwängle gewesen wären.
Nachdem ich sah,wer alles am Start war, war eigentlich klar wer das Rennen prägen wird. Der RC Bikepoint war sehr stark vertreten (Fritz, Haller, Natale etc.).
Mein Ziel war bis Telfs mitrollen und auf das Mieminger Plateau alles geben, um möglichst mit der Führungsgruppe in die Abfahrt nach Mötz zu gehen. und so kam es dann auch: Haller und Fritz machten vom Start weg das Tempo und dann zahlreiche Attacken aufs Mieminger Plateau, vorallem von Martin Fritz. Ich mit Puls 201 ganz am Ende der Führungsgruppe. Kurz vor Affenhausen mußte ich dann reissen lassen.
Dann kam eine kleine Baustelle am Plateau und ein paar andere und ich konnten wieder aufschliessen. Bevor es dann in die Abfahrt nach Mötz ging, kamen von hinten noch einige hinzu. Die Gruppe hatte dann ca. 15 Mann und ging es dann recht zügig Richtung Ziel. Keine Attacke hat den richtigen Speed, um sich vom „Feld“ abzusetzen und so wurde es dann durch Inzing ganz schön eng bei Gegenverkehr. Ich konnte mich auf den letzten Metern noch nach vorne arbeiten und fuhr (laut erster Ergebnisliste) als Dritter durchs Ziel. Was nicht nur mich, sondern vorallem meine Kids sehr freute.
Bei der Siegerehrung wurde dann als Dritter aber leider nicht mein Name aufgerufen. Da dürfte noch kurz vorher was korrigiert worden sein und ich war schlußendlich Vierter. Da zum Schluß alles recht hektisch war,kann ichs nicht genau sagen als wievielter ich durchs Ziel fuhr, aber wird schon seine Richtigkeit haben. Auf jedenfall sind auf der Ergebnisliste einige Siegfahrer hinter mir, das hätt ich mir nicht gedacht und wirds so schnell wohl auch nicht mehr geben.
War ein tolles Rennfeeling einmal über die gesamte Distanz in der Führungsgruppe dabeizusein.
Prominente Namen auch bei der Veranstaltung, unter anderem Georg Totschnig.
Hinterhornalmchallenge 21.7.12
Letzte Woche habe ich bei Regen und Kälte den Tannheim Marathon nach 1 Stunde abgebrochen. Trotzdem hat mich eine Verkühlung ein wenig erwischt. War deswegen nicht sicher ob es Sinn macht mich an den Start zu stellen.
Da aber eines meiner Saisonziele war, daß ich meine Bestzeit seit meinem letzten Antritt auf die Hinterhornalm aus 2006 verbessere und die Form ja eigentlich aufgrund der vielen geradelten Kilometer ja passen sollte, stellte ich mich bei regnerischem Wetter an den Start. Bei Bergrennen taugt mir dieses Wetter, bei Marathons eher weniger.
Ging das Rennen eher gemäßigt an und versuchte mich nicht gleich „abzustechen“. Wollte noch genug Körner für die letzten 2 entscheidenden Kilometer haben. Kurz vor der 2 km Marke merkte ich, daß ich jetzt nicht langsamer werden darf, sonst wird es nix mit meiner Wunschzeit von unter 29 Minuten. Noch ein Kilometer bis zum Ziel und schön langsam wurden die Beine schwer und der Puls nicht mehr zu kontrollieren. Dann die 500 Metermarke verdammt zäh. 250 Meter, jetzt noch mal einen Gang raufschalten und zum Zielsprint ansetzen. Noch einen Fahrer überholt und ziemlich kaputt im Ziel. Hab alles was ging rausgeholt und mit einer Zeit von 28 min 32 sek. gefinished – Ziel erreicht!
Kompliment an den Sieger Frank Kerber, der mit einer tollen Zeit von 23min07 sek überlegen gewann und an den Veranstalter, wo man mit sagenhaften EUR 5,- Startgeld eine perfekte Organisation, eine Radflasche, eine Packung Nudeln und einen Fahrradschlauch bekommen hat!
Geschafft! 24-h-Rennen Grieskirchen finished 7./8.Juli 2012
Sonntag 12:37 Uhr, die Hände gehen hoch, ein Jubelschrei. Sich kurz fühlen wie ein Tour-de-France Sieger. Dann gleich Umarmung mit meinen Betreuern und nur noch happy. Ein lange gehegter Wunsch und Traum ging in Erfüllung:
„Ein 24-Stunden-Rennen“ durchzufahren.
Die letzten Tage vor dem Rennen war ich ziemlich angespannt und nervös. Wußte ich doch überhaupt nicht, was auf mich zukommt. Zuerst galt es aber organisatorisch alles halbwegs auf die Reihe zu bringen und alles zusammenzupacken was ich womöglich brauchen könnte. Dann in Grieskirchen noch den Stellplatz für meinen VW-Bus
checken und dann war auch schon Samstag 12:00 Uhr und dann hies es wirklich: Start frei für 24 Stunden. 120 Einzelstarter machten sich auf den Weg. Das Wetter war perfekt: ein Mix aus Sonne und Wolken und ca. 25 Grad.
In der ersten Runde ging es gleich ordentlich zur Sache. Ich nicht einmal eingefahren und die total unbekannte Strecke vor mir. Eine Runde waren ca. 22 km und 170 Höhenmeter durch die Orte Grieskirchen-Polham-Schlüsselbach-Bad Schllerbach – Straßberg – Grieskirchen.
War dann gleich erstaunt, wie die ersten Steigungen kamen, da ich eigentlich auf eine halbwegs flache Strecke eingestellt war. Nach 10 km lies ich dann aber gleich mal reissen und bin dann mit ein paar anderen die nächsten 3,4 Runden gefahren. Merkte aber, daß mein Puls zu hoch ist und ich runter muß, also Tempo raus und nur noch auf mich selber schauen. Es sollte sich dann später auch herausstellen, daß das der Schlüssel zum Erfolg werden sollte.
War von meinen Freunden Andi und Mike 24 h immer super betreut, die mir jede Runde Essen und Trinken nach meinen Wünchen reichten.Entlang der Strecke vielerorts Partystimmung und Grillabend. Manche sogar mit Decken bis spät in die Nacht.
Nach gut 9 Stunden und den Sonnenuntergang vor Augen war dann auch der Genußfaktor da.
Jetzt eine kurze Pause zum Montieren der Beleuchtung für die Nacht, Kleidungswechsel und endlich was gscheits zu essen (Nudeln). Konnte nebenbei sogar noch ein Fußbad nehmen, da meine SIDI-Schuhe schon ziemlich drücken. Alles war perfekt hergerichtet, nur den Hintern mußte ich mir selbst eincremen.
Mit Fortdauer der Nacht wurde es dann immer kälter und nebeliger. Man fühlte sich auf den dunklen Landstraßen teilweise wie bei einem Edgar-Wallace-Krimi.
Freute mich immer riesig, wenn ich bei meiner Labestation im Start-Zielbereich vorbeifahren durfte. Mike und Andi
bekochten mich mit Reis und Suppe. Als mentale Unterstützung fuhr Mike dann sogar ab 03:30 Uhr drei Runden neben mir her. Wir konnten ein bißchen quatschen und verging die Zeit so wesentlich schneller. Bald schon
hatte Andi dann Kaffee, frische Brötchen und Marmelade von Carina als Frühstück hergerichtet und die Beleuchtung konnte auch wieder entfernt werden. So schlimm war die Nacht gar nicht.
Die Straßen und die Orte füllten sich wieder mit Leben und das Ziel nur mehr ein paar Stunden entfernt. Schön langsam
stieg auch noch der Ehrgeiz. In den letzten Stunden wuchs das Vertrauen in den Körper und wurden mir auch immer wieder die Zwischenstände von meinen Kollegen durchgegeben. War ich bei Einbruch der Dunkelheit noch auf Rang 34., so sah ich jetzt die Chance eventuell noch unter die Top 20 zu kommen. Eigentlich paradox. Zuerst freut man sich, wenn die 24 Stunden fast vorbei sind und dann beschleunigt man nochmals um möglichst vor 12:00 Uhr durchs Ziel zu fahren, denn dann durfte man die Runde noch zu Ende fahren und bekam nochmals die 22 km aufs Habenkonto gebucht und das bei Temperaturen mittlerweile weit über 30 Grad.
So war es dann schon fast 13:00 Uhr als ein wunderschöner Tag zu Ende ging. Hatte mich immer am Puls orientiert, super gute Beine und während der ganzen Zeit keinen Einbruch. Dachte immer „der Mann mit dem Hammer“ wird sicher einmal kommen, aber der hat mich an diesem Tage ausgelassen und so konnte ich mein bisher bestes Rennen fahren.
Fakten: Gefahrene Kilometer: 666,5 Kilometer – Rang 19.
Mein ganzer Dank gilt meinen 2 Freunden und Betreuern : Andi und Mike – Ohne Euch hätt ich es nie geschafft!
und natürlich meiner Frau Carina und den Jungs Simon und Gabriel, die mich bei meinen Radl-Spinnereien immer
unterstützt haben!

Nove Colli 2012
Auch bei meinem dritten Antreten beim Nove Colli, hatte ich einige Probleme. Diesmal allerdings nur technische.
Im Gegensatz zu 2010 waren meine Beine diesmal super.
Im Gegensatz zu 2011 mußte ich mich diesmal auch nicht übergeben.
Im Gegensatz zu 2010 und 2011 hatte ich diesmal leider 2 Platten und keinen dichten Ersatzschlauch mehr.
Doch langsam:
Wurde bereits um 04:00 Uhr durch das Erdbeben mit dem Epizentrum in Modena (5,8) geweckt. Dachte zuerst an einen Windsturm, da ich merkte wie alles wackelt, doch dann fiel mir ein, daß wir uns ja im 5.Stock befinden und nicht in einem Zelt.
Wie immer kamen aus allen Winkeln und Ecken Radfahrer hervor und machten sich auf zum Start. Hatte diesmal mit meiner Startnummer (103) wirklich Glück und war im ersten (roter) Startblock.
Dementsprechend schnell ging es auch die ersten 30 flachen Kilometer zur Sache. Meist zwischen 45 u. 50 km/h.
Versuchte die ersten drei Berge dann halbwegs locker zu fahren, bevor dann am Barbotto die 18% Steigung meinen Puls ordentlich zum Rasen brachte. Dann setzte leider starker Regen ein. An der Wegteilung bei Kilometer 100 (zwischen kurzer 130km und langer strecke 200km) rollte ich dann die Labestation an. Nach einer Stärkung dann merkte ich, daß der Vorderreifen platt war. Hatte dann eigentlich schon abgeschlossen, da es immer noch regnete und mich der Platten doch einige Zeit kosten würde. Plötzlich fragte ein netter älterer Herr, ob er mir helfen soll. Es waren die „Mechaniker“ bei dieser Labestation. Sah dann wieder Licht, daß ich schnell wieder im Sattel bin. Leider brauchten die aber elendslang um den Schlauch zu tauschen. Nach dem Aufpumpen dann, zog es seitlich eine Blase auf. Also mußten sie wieder von neuem beginnen und meine Zeit lief davon. Nach gut 15 Minuten war ich dann wieder im Sattel und ich dachte mir. Jetzt gibts nur mehr Vollgas. Keine Taktik mehr, nur mehr alles geben.
Auf meinem Schicksalsberg dem Colli Nr. 7, dann der 2. Platten. Sah dann auch gleich, daß ein Stein im Mantel steckte.
Hatte ja noch einen alten Ersatzschlauch mit, den ich schnell wechselte, doch es rührte sich nichts. Dieser hatte auch ein Loch! Sch….., Sch….. das Rennen jetzt endgültig vorbei. Weit und breit kein Mechanikerwagen nur ein alter Bauer, der mir erklärte daß der nächste Ort ein paar Kilometer weiter oben ist. Mußte ich also schieben. Nach längerer Schiebezeit erbarmte sich dann ein Mitstreiter und gab mir einen seiner Ersatzschläuche, den er sich auch nicht bezahlen lassen wollte.
Also hiess es wieder Vollgas, Vollgas, um die Endzeit nich noch schlechter aussehen zu lassen.
Gab dann wirklich alles, fuhr sogar einige Kilometer mit 50 Sachen hinter einem Vespafahrer im Windschatten. Doch
mehr als die Bruttoendzeit von 7 Stunden 42 Minuten u. 32 Sekunden war nicht mehr drinnen. Gesamtrang1163
Nettozeit (ohne Defekte laut meinem Tacho) 7 Stunden 6 Minuten, wäre ca. Platz 500 gewesen.
Wenn das Wörtchen, wenn nicht wär …




















